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Gendergerechte Sprache

Sprache formt unsere Wirklichkeit – deshalb nutzt die Niedersächsische Landeszentrale für politische Bildung (LpB) gendergerechte Sprache. Wenn wir über Menschen schreiben, möchten wir verdeutlichen, dass alle gemeint sind.

Der Gender-Gap

In vielen gängigen Formulierungen wird lediglich die männliche Form verwendet und somit Frauen und alle weiteren Geschlechtsidentitäten ausgeschlossen. Beispielsweise denken die meisten Menschen bei der Berufsbezeichnung „Arzt“ an eine männliche Person ( hierzu gibt es eine spannende Geschichte S. 62).

Die LpB hat jedoch den ausdrücklichen Auftrag, Angebote der politischen Bildung für alle Menschen in Niedersachsen zu machen. Daher verwenden wir in unseren Texten den Unterstrich, den sogenannten Gender-Gap.

Mit dem Gender-Gap wird in den Worten eine Lücke zwischen der männlichen und der weiblichen Form symbolisiert. Sie schafft Raum für die vielfältigen Geschlechtsidentitäten zwischen den beiden Polen „männlich“ und „weiblich“ oder außerhalb davon. Indem wir zum Beispiel „Leser_innen“ schreiben, werden alle Menschen in Niedersachsen angesprochen.



Sprache formt unsere Wirklichkeit

Geschlecht ist ein soziales Konstrukt. Das bedeutet zum einen, dass unsere Welt geprägt ist von der Vorstellung von nur zwei Geschlechtern. Diese Annahme bezeichnet man als binäres Geschlechtermodell. Zum anderen werden diesen beiden Geschlechtern bestimmte Eigenschaften und Rollen zugeschrieben, etwa „Männer können besser Auto fahren“ oder „Frauen sind emotional“. Auch wenn diese Zuschreibungen in der Regel falsch sind, werden Menschen, die nicht in die ihnen zugeschriebenen Rollen passen oder passen möchten, häufig gesellschaftlich ausgeschlossen oder nicht ernst genommen. Ihre Perspektiven werden oftmals nicht berücksichtigt. Dieser sprachliche und gesellschaftliche Ausschluss sowie die Zuschreibungen haben reale Auswirkungen auf die Selbstwahrnehmung, berufliche Entscheidungen und Chancen, finanzielle Aussichten sowie weitere Bereiche des Lebens.

Geschlechtsidentitäten können sehr vielfältig sein. Laut der Zeit-Vermächtnis-Studie aus dem Jahr 2016 verstehen sich 3,3 Prozent der Befragten als nicht-binär. Das sind rund 2,5 Millionen Menschen in Deutschland. Diese Personen werden beispielsweise mit der Anrede „Sehr geehrte ‚Damen‘ und ‚Herren‘“ nicht angesprochen und auch nicht mitgedacht. Der Gender-Gap kann helfen, unser Denken zu verändern.


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