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Pilotregion Digitale Jugendbeteiligung


Kinder und Jugendliche sollen an allen Aspekten beteiligt werden, die ihre eigene Lebenswelt betreffen. Daran knüpft die Pilotregion digitale Jugendbeteiligung in der Stadt Syke, der Stadt Verden, der Kreisjugendpflege Verden, sowie den Landkreisen Diepholz, Oldenburg und Delmenhorst, Wesermarsch und Osterholz an. Gemeinsam mit lokalen Kooperationspartner_innen, dem niedersächsischen Landesjugendamt und mit Unterstützung des Kommunalverbundes Niedersachsen/Bremen e. V. initiiert die LpB ein Netzwerk zur Stärkung digitaler Jugendbeteiligung.

Eingeladen dazu sind Vertreter_innen der Verwaltung und Politik, Praktiker_innen, die mit Kindern und Jugendlichen hauptberuflich oder ehrenamtlich arbeiten, Vertreter_innen von Verbänden, Vereinen und Bildungsträger_innen, um kollektiv das Thema digitale Jugendbeteiligung in der Region zu diskutieren und zu implementieren. Gemeinsam setzen sie sich mit Methoden, Herausforderungen und Chancen von Jugendbeteiligung unter digitalen Vorzeichen auseinander.

Infografik zur Pilotregion digitale Jugendbeteiligung: Die Kooperationspartner_innen bilden die Basis des Projektes, es hat drei Säulen: Netzwerkarbeit, eine Weiterbildungsreihe und einen Fachtag, zusammen die Pilotregion digitale Jugendbeteiligung.   Bildrechte: LpB Niedersachsen

Netzwerk

Das Netzwerk dient dem Austausch über lokale Erfahrungen, dem Transfer von Wissen und der gegenseitigen Unterstützung über Gemeinde- und Landkreisgrenzen hinweg. Ziel ist es, dass Praktiker_innen der Jugend- und Bildungsarbeit mit Angehörigen von Politik und Verwaltung Austauschräume finden, um gemeinsam digitale Jugendbeteiligung voranzubringen. Denn eines ist klar: Nur mit vereinten Kräften – im Austausch unter und zwischen unterschiedlichen Praxisfeldern des demokratischen Gestaltens – können die Stimmen der Jugendlichen sichtbar und wirksam werden. Ohne den Rückhalt aus Politik und Verwaltung drohen selbst die besten Jugendbeteiligungsprozesse im Sande zu verlaufen. Und nicht zuletzt gilt es, den Austausch über Praxiserfahrungen mit wissenschaftlicher Expertise zu bereichern.

Netzwerktreffen

Das Auftakttreffen fand am 09. Juni 2021 statt und im Herbst 2021 wird es ein weiteres Netzwerktreffen geben. Hierzu sind alle Interessierten eingeladen. Insofern die Corona-Maßnahmen es zulassen, findet dieses Treffen in Präsenz statt. Weitere Informationen finden Sie in Kürze in diesem Artikel.

Das Netzwerk-Auftakttreffen war ein voller Erfolg. Mit über sechzig Teilnehmenden aus ganz Niedersachsen und teilweise darüber hinaus diente das Netzwerktreffen dazu, die Idee der Pilotregion vorzustellen, Netzwerke zu knüpfen und ein Bewusstsein für die Rahmenbedingungen guter digitaler Jugendbeteiligung zu schaffen. Das Netzwerktreffen wurde fachlich durch einen Input der Experten von BeWirken ergänzt. Ein weiteres Highlight war die Begrüßung durch die Schirmfrau des Projektes, Frau Gabriele Andretta per Videobotschaft. Das Statement der niedersächsischen Landtagspräsidentin ist hier zu finden.



Weiterbildung

Das Netzwerk wird ab November 2021 flankiert von einem Weiterbildungsangebot für hauptberufliche Fachkräfte der Jugendarbeit und politischen Bildung sowie angrenzende Berufe. In dieser Weiterbildung können sich die Teilnehmenden über Fragen der Beteiligung, Digitalisierung, Zielgruppenansprache und des Transfers in Politik und Verwaltung austauschen. Sie lernen Tools und Methoden, Best-Practice-Beispiele und Hintergründe kennen. In einem Praxisprojekt wenden sie ihr neu erworbenes Wissen an und reflektieren dieses am Ende gemeinsam.


Anmeldung

Vom 01.09.2021 bis zum 23.09.2021 können sich Interessierte aus den folgenden Landkreisen bzw. kreisfreien Städten für die Weiterbildung anmelden: Verden, Diepholz, Oldenburg, Delmenhorst, Wesermarsch und Osterholz. Die Weiterbildungsreihe richtet sich an hauptamtliche Fachkräfte der Jugendarbeit und (politischen) Bildung sowie an Menschen, die in ihrem Berufsalltag gemeinsam mit Jugendlichen politische Beteiligung realisieren. Die Teilnehmenden bilden sich dabei über ca. acht Monate hinweg zu den Themen Beteiligung, Digitales, Zielgruppenansprache oder Methoden und vielen anderen fort. Zur Anmeldung gelangen sie hier. Der Link enthält wichtige Informationen zur Anmeldung und Weiterbildung.

Die Weiterbildung orientiert sich in ihrem Ablauf am Curriculum von jugend.beteiligen.jetzt, das für digitale Beteiligungsprozesse entwickelt und bereits mehrfach erfolgreich durchgeführt worden ist.

Hintergrund

Kinder und Jugendliche sollen an allen Aspekten beteiligt werden, die ihre eigene Lebenswelt betreffen. Dieses Prinzip hat sich in der Arbeit mit Jugendlichen vielerorts etabliert: Kinder und Jugendliche gestalten Freizeitangebote in Kommunen mit und beteiligen sich an der Aushandlung zahlreicher Fragen, die sie betreffen. Fachkräfte und Bildner_innen haben vielseitige Möglichkeiten, Kinder und Jugendliche dabei zu unterstützen: einerseits, indem entsprechende Informationen und Fähigkeiten vermittelt sowie Rahmen aufgezeigt werden; andererseits, indem konkrete Beteiligungsangebote geschaffen werden.

In den letzten Jahrzehnten haben sich zahlreiche Settings und Formate entwickelt, mit denen es gelingt, Bedürfnisse und Interessen der Kinder und Jugendlichen in den politischen Prozess einzuspeisen. Allerdings zeigt sich auch: Es sind bei Weitem nicht alle Kinder und Jugendliche, die sich beteiligen (können) und positive Erfahrungen mit demokratischen Prozessen sammeln; nicht alle Ergebnisse eines Beteiligungsprozesses finden auch die richtigen Adressat_innen – und nicht zuletzt: Nicht alle Beteiligungsformate berücksichtigen zeitgemäße Methoden, welche die Digitalisierung als Ergänzung des Methodenrepertoires bereithält.

Dabei besteht bei unterschiedlichen Gruppen ein großes Interesse, Beteiligungsprozesse modern, zielgruppengerecht und effektiv zu organisieren. Politiker_innen und Verwaltungen wünschen sich den Input von Kindern und Jugendlichen, um in ihre Entscheidungen unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen und damit letztlich auch ihren Zuständigkeitsbereich als Wohn- und Lebensort für Familien und junge Menschen attraktiv zu machen. Verantwortliche für Beteiligungsprozesse – sei es im Haupt- oder im Ehrenamt – wünschen sich die Ansprache unterschiedlicher Jugendlicher jenseits ihrer typischen Stammklientel; zudem haben Kinder und Jugendliche ein starkes Interesse daran, ihre Lebenswelt mitzugestalten – allerdings mit zeitgemäßen Methoden. Für sie sind digitale Verfahren eben keine exotischen Boni im Beteiligungsprozess, sondern vielmehr Lebensalltag – ein Entweder-oder zwischen digitaler und analoger Welt gibt es für sie nicht.


Die Pilotregion digitale Jugendbeteiligung ist ein Angebot der Niedersächsischen Landeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit dem Landesjugendamt Niedersachsen. Sie wird unterstützt vom Kommunalverbund Niedersachsen/Bremen e.V. Die Vorbereitungen laufen in Zusammenarbeit mit der Fachstelle für internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. Vor Ort kooperieren folgende Partner_innen:

Logos der Stadt Syke, der VHS Delmenhorst, der Stadt Verden, des Kommunalverbunds Niedersachsen/Bremen und des Niederächsichen Landesjugendamtes   Bildrechte: Stadt Syke/VHS Delmenhorst/ Stadt Verden/ Kommunalverbund NDS/HB/ Landesjugendamt
Zu sehen ist ein gelber Knopf, mit dem Fußgänger_innen Ampeln aktivieren können. Daneben ein Aufkleber mit der Aufschrift "Press this button to reset the world"   Bildrechte: @ Impuls Werbeagentur
Schirmfrauschaft

Landtagspräsidentin Dr.in Gabriele Andretta übernimmt die Schirmfrauschaft für die Pilotregion Digitale Jugendbeteiligung. Hier erklärt sie, warum.

Portrait von Dr.in Gabriele Andretta   Bildrechte: Niedersächsischer Landtag

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Frau Catarina Gombe

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